Kirche
Wenn man sich mit der Vergangenheit Hembsens beschäftigt, begegnet einem immer wieder Pfarrer Plugge (1897-1923). Über ihn werden viele Anekdoten erzählt. Die älteren Hembser kennen noch den Spruch „Kümmel, Wurm und Plugge – das warn die drei Maschugge“. Zu Zeiten Pastor Plugges hatten die Pastore ein hohes Ansehen, viel Autorität und – was man so hört – war Herr Plugge ein strenger, streitbarer Mann… Glücklicherweise haben sich die Zeiten aber geändert und es gab später auch Pastore, die sehr beliebt waren und von der Gemeinde sehr geschätzt wurden…
Einige Anekdoten über Plugge:
Angeblich zu früh geläutet:
Zu Plugges Zeiten mussten immer einige Schulkinder die Glocken läuten. Einmal haben zwei Schüler geläutet und die Uhr vom Pastor ging nicht richtig, sodass er dachte „zu früh!“ und wutentbrannt den Glockenturm hochstürmte. Als die Jungs das mitgekriegten, haben sie sich auf die (Tür-) Klappe gestellt, damit er nicht reinkommen konnte. Aber irgendwann mussten sie ja vom Turm runter kommen und dann haben sie doch noch Prügel bekommen.
Schulausflug:
Der damalige Pfarrer Plugge war mit halb Hembsen vor Gericht. Als ein Schulausflug nach Marienmünster anstand, ließ er nur die Kinder mitfahren, mit deren Familien er nicht im Klinsch lag. Mit dem Pferdefuhrwerk ging es los, in Marienmüster angekommen, kam auch ein zweites Pferdefuhrwerk an, das die übrigen Kinder brachte, die eigentlich nicht mit durften. Diese wurden gefahren von Friedrich Wilhelm Scholle.
Schlitterbahn:
Früher gab es überall Gossen im Dorf, da floss zum Teil die Jauche durch. An einem Tag hatte es gefroren, sodass die Gosse eine Schlinderbahn war. Die Kinder haben auf Höhe des Hauses, wo der Pastor wohnte, geschlindert. Dann kam der Pastor raus und alle sind ausgerissen – „wenn der Pastor kam -weg!“. Der Pastor ging auch auf die Schlinderbahn, schlinderte ein Stück und fiel. Da rief einer von den Jungs den anderen nach: „Jungs leäupet ment nich, ha licht ol inne Scheuten“. („Jungs, lauft mal nicht, er liegt schon im Dreck.“)
Hasenwende
Zum Neujahrsfest bekam der Pastor jedes Jahr vom Jagdpächter einen schönen Hasen. Die Haushälterin hängte diesen zwecks Auskühlung über Nacht draußen ans Küchenfenster. Einige junge Burschen im Dorf sahen dies und heckten folgenden Plan aus: Sie vertauschten den Hasen mit einem abgezogenen Katzenbalg in der Annahme, das würde der Pastor nicht merken. Doch das hatte ein Nachspiel am Morgen in der Neujahrsmesse, als der Pastor von der Kanzel wetterte: „Das war keine Jahreswende, das war eine Hasenentwende!“


